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Beschreibung des Dorfes

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Beschreibung des Dorfes, stammt aus dem Jahr 1901. (Übersetzung Lydia Lüthe geb. Wagner)

Von den Verfassern:
diese Information stammt aus dem Archiv des Heimatkundenmuseums in Omsk.
Mit dem Leiter des Museums haben wir uns in Verbindung gesetzt, um 
genauere Informationen über die ersten Umsiedlerfamilien und die Lage der ersten Häusern im Dorf zu bekommen. Leider haben wir nichts davon bekommen und hoffen dass wir aus den Familiengeschichten der Romanowker mehr erfahren.

Das Dorf wurde 1895 von 5 Familien der Deutschen-Kolonisten gegründet. Sie kamen aus der Gegend Kutscheku ( später Dorf Kankrinskij), wo sie ca. ein Jahr gewohnt haben – dorthin kamen sie aus dem Gouvernement Stawropol, wo sie auf gepachteten Land ca. 20 Jahren gelebt haben. Drei von diesen 5 Familien stammen aus dem Gouvernement Saratow und zwei aus Preußen. Viele Deutsche zogen nach Sibirien, weil ihre Landsleute, die früher umgezogen waren, in ihren Briefen über viel Land und lokale gute Ernten (1894) im Region Akmolinsk mitteilten. Nach den 5 Familien kamen aus der gleichen Gegend Kutscbeku noch 14 Familien, die aus Bessarabien stammten, nach Romanowka. Diese haben die erste Information über Sibirien und der Region Akmolinsk aus offiziellen Quellen erfahren wo auch über die Unterstützung der Umsiedler – 150 Rubel (?), der Vergünstigung der Wehrmachtpflicht auf drei Jahren, der Unterstützung mit Saatgut u. a. mitgeteilt wurde. Die Umsiedler aus Stawropol und Bessarabien kamen mit ihren Pässen ohne ein Erlaubnis und wurden reibungslos angemeldet, Die Gegend wurde zuerst von Vorausgeschickten (aus Kutscheku) besichtigt. Als die erste Umsiedler im Sommer 1895 sich hier niedergelassen haben, waren die Grundstücke noch nicht vermessen, der Landmesser kam erst im Herbst 1895.
1896 kamen immer neue kleine Gruppen mit 8-9 Familien der Deutschen-Kolonisten aus Kaukasus und dem Gouvernement Samara. In zwei Jahren war dieses Landstück voll besiedelt. Die Umgebung des Dorfes ist leicht hügelig, kleine Hügel ziehen an der Süd-Westgrenze des Dorfes mit Neigung nach Nord-Ost zu dem Fluss Nura hinab. Die süd-westliche Hügel übergehen in ein kleines Tal. An der Nordgrenze zieht sich ein kleiner Hohlweg mit einigen Ausspülungen von Westen nach Nord-Ost zu dem Fluss Nura. Einige kleine Hohlwege, auch mit kleine Ausspülungen, erreichen den Fluss am Süden des Dorfes. Im Frühling dienen alle diese Hohlwege um das Schneewasser von der Steppe zum Fluss zu führen. Veränderungen in der Schluchtbildung wurden keine festgestellt. Das Ackerland war verschieden, aber alles hat das Wasser schlecht aufgenommen und es ist sehr schnell ausgetrocknet und wurde steinhart mit so breiten Rissen, dass es lebensgefährlich war dort auszureiten. Die Steppe des Neulandes war pflanzenarm, große Flächen blieben kahl. Das Steppengras regeneriert sich sehr schwierig. Auf 6jährigen brachliegenden Ländereien und sogar auf dem 15-20jährigen kirgisischen Brachland konnte keine Regeneration von dem Steppengras festgestellt werden.
Der Fluss Nura, auf der linke Seite dessen fast das ganze Landstück und das Dorf selbst liegen, ist an zwei Stellen - an der Süd- und Nordgrenze - mit zwei kleinen Dämmen gesperrt, etwas höher der Südgrenze wurde eine Mühle gebaut. Im Fluss gibt es wie im Sommer so auch im Winter genug Wasser und die Qualität bleibt immer stabil – es ist gutes Wasser. Es gibt auch größere Fische (der Hecht erreicht bis ½ Pud und mehr (ein Pud =16,38 kg). Im Frühling breitete sich der Fluss beim Hochwasser (bei einem schneereichen Winter) bis zu eine Werst (1,06 km) aus. An der Südgrenze des Landstückes befindet sich der See Koschkulj, eigentlich ein flacher See, aber es gab auch Stellen bis zu eine Sashen (2,133 m) tief; der Boden des Sees ist sandig, das Wasser ist gut, Schilfrohr wächst nur am Ufer. Das Wasser kommt wahrscheinlich nur von den Niederschlägen, es wurden keine Einmündungen festgestellt. Fische wurden in diesem See keine gefangen. Obwohl ein Fluss durch das Landstück fließt gab es im Dorf 100 Brunnen (1901) mit einer Tiefe 3-7 Sashen, und einer Höhe des Wasserstandes ½ bis 1 ½ Arschin (0,71m). Der Höhestand des Wassers in den Brunnen war immer von der Höhe des Wasserstandes im Fluss abhängig und überall ist es gut, aber trüb, teilweise weil die Brunnen nicht gesäubert wurden, aber hauptsächlich, weil es keine Brunneneinfassungen gab, es gab kein Holz und es war zu teuer. Das Dorf ist eigentlich mit Wasser versorgt, aber die Felder nicht (ein See weit entfernt, ganz an der Südgrenze). 
Das Ackerland wurde auf 397 Seele aufgeteilt jedem 5,5 kasachische Desjatin (1,09 ha). Das von den Kirgisen schon bearbeiteten Ackerland - 28 kasachische Desjatin hat die Gemeinde verpachtet - ½-2 Rubel pro Desjatin. (Zusammenfassung: folgende Information schildert insgesamt die Details der Einteilung und die Art der Bearbeitung des Ackerlandes - was fast alle unbequem und lästig fanden).
Der Heuschlag wurde auf 400 Seele aufgeteilt, meistens dem Fluss entlang, aber da er zu hoch lag und deswegen selten überschwommen wurde, konnte hier nie gemäht werden, es trocknete alles aus. (Zusammenfassung: Information über den Heuschlag und Heuernte- es war das gleiche wie mit dem Ackerland – die Flächen waren da, aber man konnte sie kaum nutzen. Also gab es Problemen nicht nur mit dem Ackerland, sondern auch mit dem Heuschlag und damit war auch die Viehzucht mit Schwierigkeiten verbunden).
Im Dorf gab es ein Getreidevorratsladen. Im 1898 und 1899 wurde von jeder Seele Getreide nachgefüllt.
Die Schule wurde 1897 von der Gemeinde gebaut ohne Unterstützung von der Regierung. Im Testjahr waren es 60 Jungen und 58 Mädchen; Platz war genug da (die Baptisten haben ihre Kinder selbst nicht in die Schule geschickt). Der Lehrer wurde von der Gemeinde bezahlt – 100 Rubel und 100 Pud Getreide (geteilt auf die Seelen). Außerdem bekam der Lehrer 7 Kopeken für jeden Schüler: die Schulbücher hat jeder seine. Der Lehrer war ein Bauer, der die zentrale Schule (zweijährige Landschule) absolviert hat.
Im Schulgebäude versammeln sich die Deutsche - Kolonisten auch zum Gebet; die nächste Kirche war im Omsk und der Pfarrer kam einmal im Jahr, gewöhnlich in Sommer.
Die zweijährige Missernte (1900 und 1901) wirkt auf die Umsiedlern in Romanowka so bedrückend, dass die meisten von ihnen schon bedauert haben, dass sie überhaupt ihre Heimat verlassen hatten. Etwa 20 Familien sind auch wieder zurückgezogen; es wären vielleicht auch mehr gewesen, aber die Unterstützung von der Regierung hält sie fest. Einige haben überlegt anstatt in ihre Heimat zurückzuziehen den Wohnsitz zu wechseln – einige bekamen Briefe aus Semiretschje und stellten sich schon diesen Kreis als Wohnsitz vor. Diejenige die 1899 in ihrer Heimat waren erzählten, dass in dem Gouvernement Samara es noch schlimmer ist als hier. Als die Umsiedler das kasachische Land besser kennen gelernt hatten sind sie zu dem Schluss gelangen, dass auch unabhängig von der Missernte, die durch eine Dürre verursacht wurde, wäre es unmöglich ewig hier zu leben, das Land ist zu schlecht. Die 12-20jährige brachliegende Felder werden zu Wüste, die sogar als Weide für das Vieh nicht mehr zu benutzen sind. „Wenn das ganze Neuland umgepflügt ist muss man von hier weg“

Die Information über die Umsiedlerwirtschaft in Regionen Stepnoj und Turgaj, die von der Expedition für die Erforschung der Steppenregionen gesammelt und bearbeitet wurde.
Region Akmolinsk, Kreis Akmolinsk – Band II. SPb., 1907 S. 12-16

Danke für die Übersetzung an Lydia Lüthe (Wagner).

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